Sekundarschule

Informationen zur Sekundarschule

Schulgeschichte

Die Geschichte der Schule Hellikon

(entnommen aus Hellikon 1209-2009, S. 95ff.)

Die Geschichte der Schule Wegenstetten

(entnommen aus Dorfgeschichte Wegenstetten, S. 191ff.)

Die Anfänge

Seit etwa 300 Jahren wird in Wegenstetten unterrichtet. Verantwortlich für das Bildungswesen waren anfänglich die Pfarreien. Mit der Gründung des Kantons Aargau 1803 übernahm dieser die Schulhoheit und bestimmte die Führung der Gemeindeschule. Das erste Schulgesetz von 1805 lautete:

„Jede politische Gemeinde muss eine Schule einrichten. Schülermaximum 80 pro Abteilung. Die Schulpflicht für Mädchen und Knaben beginnt nach dem zurückgelegten sechsten Altersjahr und endet, wenn das Kind fertig lesen und schreiben, und wenn möglich auch rechnen kann, und in Religionslehre unterrichtet ist. Unterricht ist auch im Sommer, wenigstens an zwei Tagen in der Woche. Die Gemeinde hat die Lehrerbesoldung (mindestens 75 Franken jährlich) auszurichten und für das Schullokal zu sorgen.´

Wann die Schule Wegenstetten gegründet wurde, weiss man nicht. Nur eine Urkunde erwähnt, dass ein Adam Ackermann (1673 – 1733) Schulmeister war. Daher ist anzunehmen, dass zu dieser Zeit schon in Wegenstetten unterrichtet wurde.

Ein anderes Dokument zu Anfang des 18. Jahrhunderts erwähnt, dass Wegenstetten noch ohne Gemeindeschule sei. Daher wurde Stefanus Gauss, ein Badenser, als Schulhalter angestellt. Die Gemeinde wurde verpflichtet, ihm eine Besoldung von 100 Rheinischen Gulden jährlich zu zahlen. Jedes Schulkind sollte während der Schulzeit ein Scheit Holz, den sogenannte Schulscheit, mitbringen, um die Schulzimmer zu heizen. Die Dauer der Schulzeit währte von Martini, also dem 11. November bis Fridolini, dem 6. März. Lehrmittel waren ein Gebetsbüchlein als Lesebuch, ein Religionsbuch und einige Schreibvorlagen nebst der römischen Rechnungsart.

Noch 1777 waren in sämtlichen Gemeinden des Fricktals nur vier Schulhäuser zu finden. Zum Schulbesuch war damals offenbar niemand gezwungen. Nur wer aus eigenem Eifer etwas lernen wollte, besuchte die Schule.

Vor dem Jahr 1783 gab es im Dorf kein eigentliches Schulhaus. Die Schule wurde im Wohnhaus des jeweiligen Lehrers gehalten.

Im Jahre 1783 wurde eine Schulstube im Pfarrspeicher eingerichtet. Dieser stand dort, wo heute der Pfarrbrunnen und die Kirchtreppe sind. Der Unterricht begann mit der Winterschule im selben Jahr.

Lehrer kamen meist aus dem Dorf, denn der Verdienst war gering. So mussten die Lehrer noch verschiedene Nebentätigkeiten ausführen, wie z.B. als Sigrist (Helfer in der Kirche) oder als Organist (Orgelspieler in der Kirche). Zudem hatten sie meist noch Landwirtschaft, um ihren Unterhalt aufzubessern. Besonders die Familie Nägelin war lange Jahrzehnte die Familie, die die meisten Lehrer in Wegenstetten hervorbrachte.

Mit der Gründung des Kantons Aargau und der Einführung der Ganzjahresschule im Jahre 1805 stieg aber das Gehalt des Lehrers. Im Jahr 1822 bekam ein Lehrer 150 alte Schweizerfranken. Für die Sigristenstelle erhielt er übrigens 263 Schweizerfranken, was bedeutet, dass er mehr im Nebenamt als im Hauptamt verdiente.

1824 wurde eine Trennung der Schule in eine untere und eine obere Abteilung vorgenommen, da die Schülerzahl in den letzten Jahren deutlich zugenommen hatte. Der Bezirksschulrat von Rheinfelden verordnete deswegen, dass Wegenstetten innerhalb der nächsten vier Jahre ein Schulhaus bauen sollte, um den beiden Schulabteilungen genügend Platz zu bieten. Bis dahin wurde die obere Abteilung weiterhin im Pfarrspeicher unterrichtet, die untere Abteilung im Haus des Lehrers Josef Nägelin.

Schulhaus 1828

Im Februar 1828 wurde die Platzfrage geklärt, wo denn das Schulgebäude im Dorf hinkäme. Im Tausch gegen Gemeindeland überliess der Pfarrer seine Matte, damit dort die Schule errichtet werden könne.

„Das neue Schulhaus wurde in seinem Mauerwerk solide und stark bemessen. An Stein und Holz wurde nicht gespart, sodass sich das zweistöckige Gebäude für jene Zeit stattlich präsentierte.´

Die Bauzeit dauerte zwei Jahre und die Baukosten betrugen 8374 Franken, 3 Batzen und 1 Rappen alter Währung, was einem heutigen Betrag von 85 000 Franken (Stand 2012) entsprechen würde.
Nicht unerwähnt darf man lassen, dass es während der zweijährigen Bauzeit zu verschiedentlichen Diebstählen von Baumaterial kam, so dass der Gemeinderat, aber auch das Bezirksamt Rheinfelden, Bussen aussprechen mussten.

Die feierliche Einweihung des neuen Schulhauses, auf welches die Gemeinde mit Recht stolz sein konnte, fand Dienstag, den 23. November 1830 statt.

Um 10 Uhr begann die Feier mit einem Gottesdienst, in dem der Bezirksschulrat Fetzer eine Rede hielt. Nach dem Lobamt wurden die Schüler in die neue Schule geführt, der Pfarrer segnete die Räumlichkeiten und gemeinsam wurde das „deutsche Te Deum gesungen, dass alle Herzen erfreute´. Zum Andenken an diese Feierlichkeit erhielten die schulpflichtigen Kinder ein jedes einen halben Schoppen Wein, ein Butterbrötchen und einen neuen gesetzlichen Schweitzerbatzen.

Der Turnplatz

Im Schulgesetz von 1865 wurde Turnen ein obligatorisches Schulfach. Daher sah sich die Gemeinde genötigt, einen Turnplatz einzurichten. Nach mehreren Standortwechseln wurde der Schulbetrieb auf dem heutigen grossen Pausenplatz im Jahre 1880 aufgenommen.

Die Arbeitsschule

Im Schulgesetz von 1835 wurde vorgeschrieben, dass in sämtlichen Gemeinden weibliche Arbeitsschulen errichtet werden sollen, in welchem während des Winterhalbjahres die Mädchen unentgeltlich Unterricht in Nähen, Stricken und Ausbessern der Kleidungsstücke sowie in anderen weiblichen Hausgeschäften empfangen. Seit 1861 fand dies auch im Schulhaus statt.

Hauswirtschaftsschule

Das am Schulhaus angebaute Feuerwehrmagazin wurde 1950 abgerissen und an deren Stelle die Koch- und Nähschule angebaut. Mit der Ausbildung der Mädchen wurde am 1. Mai 1952 angefangen. 50 Jahre wurde hier unterrichtet, bis es im Zuge von REGOS diese Weiterbildung fortan in Zeiningen stattfand und findet. Heute befinden sich in diesen Räumlichkeiten die Bibliothek, das Büro der Schulsozialarbeit und das Lehrerzimmer.

Die Bürgerschule

Der Bildungsstand der jungen Leute, die nur die obligatorische Volksschule besuchten, war oft sehr mangelhaft. Diese Erkenntnis führte 1887 zur Einführung der bürgerlichen Fortbildungsschule oder Nachtschule. Diese fand nämlich an zwei Tagen abends von 19.00 bis 21.00 Uhr statt. Der Unterricht war für die männliche Jugend vom 16. bis 19. Altersjahr, die keine weitere Berufsschule besuchten.

Die Sekundarschule (früher Fortbildungsschule)

1891 beschloss die Gemeinde Wegenstetten eine Fortbildungsschule (heute Sekundarschule) mit drei Klassen zu bilden. Der Grund war, dass die Bezirksschule weitab lag und die Gemeinde wollte dem Bedürfnis nachkommen jungen, strebsamen Leuten Gelegenheit zu geben, sich weitergehende Kenntnisse anzueignen, als sie die Volksschule bieten kann. Auch die Mitfinanzierung durch den Staat sprach für diesen Schritt. So kamen nun erstmals Schüler aus anderen Gemeinden, nämlich Hellikon, Zuzgen und Schupfart nach Wegenstetten, weil deren Gemeinde keine Fortbildungsschule führte.

Der erste Lehrer der Fortbildungsschule hiess Adolf Amsler und seine jährliche Besoldung betrug 1700 Franken. Er war es auch, der anfing die Schul-Chronik in einem Buch aufzuschreiben. Hier wurden die Personalien der Schüler und spezielle Vorkommnisse notiert. Unter anderem kann man folgende Passage finden:

„Den ganzen Winter hindurch sah der Unterzeichnete genötigt, wegen schlechter Beheizung Klage zu führen. Gleichwohl wurde es nicht besser. Am 18. Januar 1895 betrug die Temperatur bloss 6° Grad. Die Schüler wurden deshalb nach Hause geschickt und am Nachmittag der Unterricht bei 10° Grad fortgesetzt. Nur um in Zukunft den Dorfklatsch zu verhüten, so werden die Schüler einfach an den Ofen geschickt und mit dem Unterricht erst dann begonnen, wenn die Temperatur das Arbeiten gestattet.´

1922 bekam das Schulzimmer einen neuen Ofen, ab 1952 sogar eine Zentralheizung.

1925 gab es weitere bauliche Veränderungen im Schulhaus. So wurde unter anderem das Treppenhaus erneuert und neue Böden verlegt. Diese Arbeiten kosteten so viel wie damals der Bau des gesamten Gebäudes.

Heute stehen im Schulhaus 1828, auch Altes Schulhaus genannt, zwei Schulzimmer für die Primarschule sowie ein Zimmer für den Englischunterricht zur Verfügung.

Schulhaus 1970

Die steigende Einwohnerzahl von Wegenstetten brachte auch eine grössere Schülerzahl mit sich. Das Fassungsvermögen war Ende der 1960er erschöpft. Deshalb entstand in unmittelbarer Nachbarschaft im Jahre 1969 bis 1970 ein Mehrzweckgebäude für Sekundarschule, Kindergarten und Gemeindeverwaltung (es wird deshalb Schulhaus 1970 genannt). Die Gesamtkosten betrugen 527 403 Franken.

Die Sekundarschule zog nach dem Bau des Schulhauses 1996 aus. Heute befinden sich im Schulhaus 1970 die Gemeindeverwaltung, das Büro der Schulleitung und des Schulsekretariats (Parterre) sowie der Kindergarten (Obergeschoss).

Schulhaus 1996

Im Jahre 1950 waren in Wegenstetten 100 Kinder schulpflichtig. Je eine Lehrkraft unterrichtete an der Unterschule 32 SchülerInnen, an der Oberschule 34 und an der Sekundarschule ebenfalls 34 SchülerInnen. Dafür benötigte man damals drei Schulzimmer. Im Frühling 1996 zählten wir 137 schulpflichtige Kinder.

Die Zunahme der SchülerInnen und Lehrkräfte und die Anpassung der Pädagogik an die heutigen Bedürfnisse verlangten nach neuen Schulräumlichkeiten.

Rund 10 Jahre dauerte die Baureifmachung der neuen Schule. Das erste Projekt wurde 1986 abgelehnt. Am 10. August 1994 wurde in einer extra verlangten geheimen Abstimmung 4,27 Millionen Franken für den Neubau bewilligt.

Der Spatenstich erfolgte am 25. Februar 1995 und bereits eineinhalb Jahre später wurde das neue Schulhaus im Rahmen der 750 Jahrfeier, verbunden mit einem Jugendfest, eingeweiht.

Das neue Schulgebäude weist drei Etagen auf. Im Parterre war die Bibliothek, ein Lehrer- und Musikzimmer untergebracht. Im ersten Stock und im Dachgeschoss findet man auch heute noch je zwei Klassenzimmer für die Sekundarschule.

Die Bibliothek, das Lehrer- und Musikzimmer mussten 2004 weichen, da im Parterre zwei weitere Schulzimmer benötigt wurden (heute Klassenzimmer der Primarschule). Zudem entstand im Jahre 2003 im ehemaligen Materialraum im Keller der PC-Raum der Schule.

Somit umfasst heute unsere Schulanlage drei Schulhäuser und für die körperliche Ertüchtigung steht eine Mehrzweckhalle mit einer gut ausgebauten Aussenanlage zur Verfügung.

Schulleitung

Seit Beginn des Schuljahrs 2007/2008 ist die Schule Wegenstetten eine geleitete Schule. Dies bedeutet, dass sie einen Schulleiter hat, der die administrative, organisatorische, personelle und pädagogische Führung (sprich operationelle Führung) innehat. Der erste Schulleiter Robi Fasler war bis zum Jahre 2009 an unserer Schule tätig. Sein Nachfolger heisst Patrick Geiger. Er leitet die Schule seit Februar 2010.

Kreisschule Wegenstetten-Hellikon

Auf den 01.08.2014 hin schlossen sich die Schulen Hellikon und Wegenstetten zur Kreisschule Wegenstetten-Hellikon (KSWH) zusammen. Keine Veränderung brachte dies für die beiden Kindergärten mit sich (die Kindergartenkinder besuchen diesen in der Regel in der Wohnortgemeinde). Einen grossen Umbruch bedeutete dies hingegen für die Primar- und Sekundarschule: Die PrimarschülerInnen beider Gemeinden wurden zusammengefasst und auf die Standorte Wegenstetten (1.+ 2. Klasse Primarschule) und Hellikon (3.-6. Klasse Primarschule) verteilt. Als Oberstufen-Nebenstandort des Schulkreises Möhlintal führt die Kreisschule Wegenstetten-Hellikon seitdem zusätzlich das 8. und 9. Schuljahr Sekundarschule (Übernahme des bisherigen Nebenstandorts Zeiningen). Die SekundarschülerInnen vollziehen somit nach Ende des 7. Schuljahrs keinen Schulwechsel mehr, sondern verbringen die ganze Oberstufenzeit in Wegenstetten. Mit Ausnahme von Werken und Hauswirtschaft (am Standort Hellikon) werden die SchülerInnen am Standort Wegenstetten unterrichtet.

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